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Glänzende Solisten beim Opern-Open-Air

Verdis „Aida“ in einer halbszenischen Aufführung in der Frauenalber Klosterruine
FRAUENALB. Giuseppe Verdis Oper „Aida“ scheint für Freilicht-Aufführungen prädestiniert. Legendär wurden Inszenierungen am historischen Ort in Ägypten, 1912 bei den Pyramiden von Gizeh, 1987 vor dem Luxor-Tempel. Und in unserer Zeit hat die Arena-Tradition von Verona einen imposanten Stil kultiviert, der von großen Emotionen in Massenszenen, gewaltigen Aufmärschen und den triumphalisch strahlenden „Aida-Fanfaren“ lebt. Die wegen Regens um eine halbe Stunde verzögert einsetzende, halbszenische Wiedergabe des Werkes in der Klosterruine von Frauenalb wollte diese Monumentalität nicht nachspielen. Obwohl neben den musikalisch durchweg guten Solisten mit rund 80 Sängern auch ein zahlenmäßig eindrucksvoller Chor sowie ein respektables, großes Orchester (Plovdiver Symphoniker aus Bulgarien) zur Verfügung standen.


Carl Robert Helg, der Chordirektor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, sorgte mit seiner Leitung für einen fast kammermusikalischen Eindruck, der durchaus zum intimen Grundcharakter der Verdi-Oper passen mag und vor allem den akustischen Gegebenheiten im malerischen Gemäuer der Kirchenruine entgegenkam. Angenehm für empfindsame Ohren war der Verzicht auf Verstärkeranlagen. So entfalteten gerade die leisen und zarten Musikabschnitte – angefangen beim sehr verhalten interpretierten Orchester-vorspiel und der tonmalerisch fein verwendeten Harfe bis hin zu den sanglichen Lyrismen der Vokalisten – eine schöne, nachhaltige Wirkung.

Als „Aida“ glänzte Marion Ammann, den Karlsruher Opernfreunden auch als Kaiserin in „Frau ohne Schatten“ ein Begriff. Sie formte aus ihrem Part der äthiopischen Königstochter, die den jungen Heerführer der feindlichen Ägypter, Radames, liebt, eine veritable Primadonnenrolle. Sanglich überzeugend gelang die Darstellung des qualvollen Konflikts zwischen dem Wunsch, ihr Geliebter möge im bevorstehenden Kampf siegen, und der Trauer über das Schicksal ihres Vaters, des Äthioper-Königs Amonasro. Sie zeigte sich liebend und leidenschaftlich, meisterte auch das hohe C im Ausklang der „Nil-Arie“ mit Bravour. Gleich zu Beginn setzte Ernesto Grisales seinen Radames mit schwärmerischem Schmelz in der Arie „Celeste Aida“ brillant in Szene. Der Tenor, der den Part auch schon in Verona gesungen hat, bewegte sich stimmlich mit Leichtigkeit zwischen den Polen der Romanze und martialisch-feuriger Attacke. Ohne Fehl und Tadel gestalteten auch Elena Chavdarova (als Aida-Rivalin Amneris), der russische Bariton Juri Batukov (als Amonasro) und Vazgen Ghazaryan (als ägyptischer König Ramphis) ihre Rollen.
Schlussendlich gab es vom Publikum...reichlich Applaus.
R. Uhlig